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Schlagernacht in Königshofen: Graziano, Mara Kayser, Liane und der "Fernando Express" heizten in der Tauber-Franken-Halle ein
"Rot sind die Rosen" sang Graziano, ganz in Gold, hingebungsvoll und schnell wurde in Königshofen klar, worum es bei dieser "großen Schlagernacht" am Samstagabend ging: Um Liebe, Gefühle - eben das, was das Leben manchmal unerhört erleichtert - oder leider auch erschwert. Wer in einer langen Goldbrokatjacke, goldfarbener Hose und goldenen Schuhen auftritt, träumt sicherlich nicht insgeheim von einem Job beim Finanzamt. Lieder mit Wohlfühlfaktor
Und Liane, die Schlagerhoffnung aus Walldürn, hat mit ihrem bisher größten Hit "Verliebtes Herz gesucht" gleich mal festgelegt, dass sie keine Karriere als Rapperin im Sinn hat. Mara Kayser, ehemalige Chefsekretärin aus dem Saarland, textet ihre Lieder selbst und bekennt freimütig, ein "Tiefromantiker" zu sein. Und bei "Fernando Express", dem munteren Quartett aus dem Schwabenland, geht die Fahrt seit Jahren steil bergauf - mit Liedern, die sich um Sommer, Sonne, Urlaub drehen und damit den Wohlfühlfaktor von vornherein garantieren.
So war denn Grazianos Lied "Wir tanzen mit den Sternen" symbolisch für den ganzen Abend. Der Charmeur aus Bozen erfüllte seine Aufgabe als Anheizer ohne Fehl und Tadel und bediente sich dabei auch einiger italienischer Gute-Laune-Klassiker wie "Volare" oder "O sole mio". Die "Unchained melody" sang er mit viel Schmelz und Schmachtblick auf Deutsch und es gab wohl keinen in der Halle, der von seiner Stimme nicht hingerissen war. Ihn könnte man auch für eine italienische Schlager-Pop-Nacht engagieren. Dann aber vielleicht doch lieber in weißem Hemd und Jeans . . .
"Die kenne ich aus dem Fernsehen ganz anders", sagte jemand, als Mara Kayser ungewohnt flippig auf der Bühne erschien. Schwarze Paillettenleggings, Glitzerkäppi, schwarze Bluse und High Heels - nach Graziano bot sie nun eine Augenweide für die Männerwelt. Die dunkelhaarige Sängerin fühlte sich im Taubertal offensichtlich wohl, hat sie doch nachmittags "Eis gegessen, Kaffee getrunken und nette Plaudereien" gehabt, wie sie gut gelaunt berichtete. Gerne bezog sie - wie auch Graziano - das Publikum mit ein und mischte sich unter die Fans, die fotografierten, was die Chipkarte hergibt. In ihren Liedern liefert Mara Lebenshilfe - "Immer wenn du denkst es geht nicht mehr . . .", macht Mut, sich nicht zu früh zufrieden zu geben ("Ich will mehr") und weiß aber auch: "Das Leben ist kein Wunschkonzert".
Mara Kayser sprach wohl im Namen aller Künstler, als sie sich mit den Worten "Danke, dass Sie so wundervoll sind" beim Publikum bedankte. Liane, die Lokalmatadorin mit dem strahlenden Lächeln, moderierte die Show und hatte natürlich auch ihren eigenen Part mit neuen und "alten" Liedern ihrer noch so jungen Karriere. "Du bist wie Champagner", "Ich lieb' dich einfach nur für immer", "Frühling am Lago Maggiore" oder das neue "100 000 Lügen" - Liane zeigte auch in Königshofen Starqualitäten und fiebert nun dem 21. Oktober entgegen. Da verleiht der MDR seinen Nachwuchs-Award, den Herbert-Roth-Preis, für den sie in der Kategorie "Junge Solistinnen" nominiert ist. Ihr Kollege Graziano tritt übrigens in der Rubrik "Junge Solisten" an. Ihr Bekenntnis, "Ich bin der glücklichste Mensch, wenn ich auf der Bühne stehen kann", glaubt man Liane aufs Wort.
Zu vorgerückter Stunde traten "Fernando Express" aufs Gaspedal. Sitzendes Publikum geht bei den "Königen der Tanzpaläste" natürlich gar nicht, und so dauerte es auch nicht lange, bis Birgit Langer und ihre Jungs den Saal zum Kochen und Tanzen gebracht hatten. "Der rote Mond von Agadir", "Piroschka", "Tanz auf dem Vulkan", "Jambo, Jambo" - der "Express" und die Halle standen gleichermaßen unter Volldampf. Bis kurz nach 23.30 Uhr dauerte die Show, die auch die Gewinner der Fränkischen Nachrichten müde, aber glücklich verließen. Sie hatten neben den Eintrittskarten auch ein Meet & Greet mit den Stars gewonnen und den langen Abend in der ersten Reihe sichtlich genossen.
Weitere Bilder von der "Schlagernacht" finden Sie in einer Galerie unter www.fnweb.de.
Fränkische Nachrichten, Sabine Küssner
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